Cacao-Trace Vietnam: Wo unsere Schokolade beginnt
Im Oktober 2025 reisten wir, Marion und Stephan Franz von SchokoFoto, auf Einladung von Belcolade, der Schokoladenmarke von Puratos, nach Vietnam.
Das Ziel der Reise war, das Cacao-Trace Nachhaltigkeitsprogramm nicht nur aus Präsentationen und Unterlagen zu kennen, sondern direkt vor Ort zu erleben: Wie wird Kakao angebaut? Wie werden die Bohnen nach der Ernte verarbeitet? Welche Rolle spielen Fermentation und Trocknung? Und wie funktioniert Cacao-Trace in einem Ursprungsland wie Vietnam tatsächlich?
Für uns war diese Reise besonders spannend, denn bei SchokoFoto verwenden wir ausschließlich Schokolade aus dem Cacao-Trace-Programm – darunter auch die Belcolade Origins Cacao-Trace Lait Vietnam 45 %.
Mehr als 10.000 Kilometer bis zum Ursprung unserer Schokolade
Am Montag, den 20. Oktober 2025, starteten wir in Frankfurt. Mehr als 10.000 Kilometer lagen vor uns.
Die Reise wurde von Belcolade/Puratos organisiert. Unsere Flüge organisierten wir selbst, das Programm vor Ort drehte sich vollständig um Kakao, Schokolade und das Nachhaltigkeitsprogramm Cacao-Trace.
Nach unserer Ankunft in Ho-Chi-Minh-Stadt begann die Reise mit einer Einführung in Cacao-Trace. Anschließend führte uns das Programm weiter in die Kakaoanbauregion Ben Tre. Der offizielle Reiseplan sah unter anderem Kakaoanbau, den Besuch eines Nacherntezentrums, Fermentation, die sogenannte Liquor Line sowie den gesamten Weg von „Tree-to-Chocolate“ vor.
Für uns war genau diese Verbindung wichtig: Nicht nur die fertige Schokolade kennenlernen, sondern verstehen, was davor passiert.

Unsere Reise begann mit ausführlichen Einblicken in die verschiedenen Stationen vom Kakaobaum bis zur fertigen Schokolade.
Warum Cacao-Trace für SchokoFoto wichtig ist
Bei SchokoFoto beschäftigen wir uns jeden Tag mit Schokolade. Wir temperieren sie, entwickeln eigene Rezepturen und fertigen daraus unter anderem unsere Fotopralinen und Fotoschokoladen.
Aber die Geschichte einer guten Schokolade beginnt natürlich lange bevor sie unsere Manufaktur erreicht.
Wir verwenden bei SchokoFoto ausschließlich Schokolade aus dem Cacao-Trace-Programm von Puratos. Das Programm verbindet die Qualität des Kakaos mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Gemeinschaften langfristig zu verbessern.
Ein Bestandteil davon ist der sogenannte Chocolate Bonus. Für verkaufte Cacao-Trace-Schokolade wird ein zusätzlicher Betrag gesammelt, der an Kakaobauern und ihre Gemeinschaften zurückfließt.
Gerade deshalb war die Reise für uns so wertvoll: Wir konnten selbst sehen, wie das Programm in Vietnam umgesetzt wird und welche Schritte zwischen Kakaobaum und fertiger Schokolade liegen.

Der Chocolate Bonus ist ein wichtiger Bestandteil des Cacao-Trace-Programms und soll zusätzliche Wertschöpfung in die Kakaoanbauregionen zurückbringen.
Cacao-Trace Vietnam: Von Ho-Chi-Minh-Stadt nach Ben Tre
Von der pulsierenden Millionenstadt Ho-Chi-Minh-Stadt führte uns die Reise weiter nach Ben Tre.
Schon der Kontrast hätte kaum größer sein können: Auf der einen Seite die Straßen von Ho-Chi-Minh-Stadt mit unzähligen Rollern, auf der anderen Seite die üppig grüne Landschaft von Ben Tre mit Wasserläufen, tropischer Vegetation und Kakaobäumen.

Ho-Chi-Minh-Stadt: unzählige Roller prägen das Straßenbild der pulsierenden Metropole.
Unsere Reise fiel mitten in die Regenzeit. Die Temperaturen empfanden wir als sehr angenehm, doch innerhalb kürzester Zeit konnte kräftiger tropischer Regen einsetzen.
Wie schnell sich dadurch die Umgebung verändern kann, konnten wir in Ben Tre eindrucksvoll beobachten.


Regenzeit in Ben Tre: Zwischen diesen beiden Aufnahmen lagen nur etwa 45 Minuten. Der Wasserstand stieg innerhalb kürzester Zeit deutlich an.
Mitten auf der Kakaoplantage
Dann kam der Moment, auf den wir besonders gespannt waren: der Besuch einer Kakaoplantage in Ben Tre.
Plötzlich standen wir zwischen den Bäumen, an deren Stämmen und Ästen zahlreiche Kakaofrüchte wuchsen.
Wer Schokolade hauptsächlich als Tafel, Praline oder flüssige Kuvertüre kennt, bekommt hier einen völlig neuen Blick auf ihren Ursprung.

Kakaofrüchte wachsen direkt am Stamm und an den kräftigen Ästen des Kakaobaums.

Aus diesen kleinen Blüten entstehen später die großen Kakaofrüchte
Besonders schön war für uns, dass es nicht beim Zuschauen blieb.
Wir durften selbst erleben, wie Kakaofrüchte geerntet werden.
Mit langen Erntestangen werden reife Früchte vorsichtig vom Baum gelöst. Dabei muss sehr sorgfältig gearbeitet werden, damit Baum und Fruchtansätze nicht beschädigt werden.

Kakaoernte in Ben Tre: Mit langen Erntestangen werden die reifen Früchte vorsichtig vom Baum geholt.

Frisch geerntet: Marion mit einer Kakaofrucht direkt auf der Plantage in Ben Tre.
Eine Kakaofrucht öffnen – und eine Überraschung erleben
Nach der Ernte wurden die Kakaofrüchte geöffnet und die Bohnen aus den Früchten herausgelöst.
Das ist ein faszinierender Anblick, denn mit einer braunen Kakaobohne, wie wir sie später kennen, haben die frischen Samen zunächst wenig gemeinsam.
Sie sind vollständig von einem hellen, saftigen Fruchtfleisch umgeben.
Im Video: So werden die frisch geernteten Kakaofrüchte geöffnet und die Bohnen aus der Frucht gelöst
Direkt nach der Ernte: Die Kakaofrucht wird geöffnet und die frischen Bohnen mit ihrem weißen Fruchtfleisch aus der Schale gelöst.

Frische Kakaobohnen sind zunächst von hellem, saftigem Fruchtfleisch umgeben.
Und wie schmeckt eine frische Kakaofrucht?
Natürlich mussten wir das Fruchtfleisch auch probieren.
Und der Geschmack hat uns überrascht.
Frisch erinnert das Fruchtfleisch der Kakaofrucht tatsächlich ein wenig an Litschi.
Fruchtig, frisch und völlig anders als das Aroma, das wir später mit Schokolade verbinden.
Gerade solche Momente machen deutlich, wie viele Veränderungen eine Kakaobohne noch durchlaufen muss, bevor daraus Schokolade entstehen kann.
Fermentation: einer der entscheidenden Schritte
Nach der Ernte beginnt einer der wichtigsten Schritte für die spätere Qualität und den Geschmack des Kakaos: die Fermentation.
Für uns war dieser Teil besonders interessant, weil wir bereits 2022 den Kakaoanbau an der Elfenbeinküste kennenlernen durften.
Dadurch konnten wir Unterschiede in der Verarbeitung unmittelbar wahrnehmen.
In Vietnam empfanden wir die Abläufe als ausgesprochen professionell und technisch sehr interessant.
Besonders spannend war ein neuartiges Fermentationsverfahren, das dort eingesetzt wird.
Wie genau dieses Verfahren funktioniert, können wir allerdings nicht zeigen: Es handelt sich um ein Betriebsgeheimnis und wir durften diesen Teil ausdrücklich nicht fotografieren.
Das respektieren wir selbstverständlich.
Gerade dieser Einblick hat uns aber noch einmal gezeigt, wie viel Wissen und technische Entwicklung hinter hochwertigem Kakao steckt.
Tausende Bohnen beim Trocknen
Nach der Fermentation folgt die Trocknung.
Der Anblick der großen Trocknungsflächen war beeindruckend: Tausende Kakaobohnen lagen dort nebeneinander und wurden sorgfältig getrocknet.
Erst durch diese und weitere Verarbeitungsschritte entwickeln sich die Bohnen immer stärker in Richtung dessen, was wir später als Kakao kennen.

Tausende Kakaobohnen beim Trocknen – ein eindrucksvoller Schritt auf dem Weg vom Kakao zur Schokolade.

Stephan zwischen den Trocknungsflächen – hier wird sichtbar, welche Mengen an Bohnen verarbeitet werden.

Aufgeschnittene Kakaobohnen geben wichtige Hinweise auf den Zustand und die Qualität der Verarbeitung.
Von Vietnam direkt zu unserer Arbeit bei SchokoFoto
Der Besuch hatte für uns eine ganz besondere Verbindung zu unserer täglichen Arbeit.
Bei SchokoFoto verwenden wir unter anderem:
Belcolade Milk Chocolate – Origins Cacao-Trace
Lait Vietnam 45 % – LCVIET
Diese Vollmilchschokolade mit 45 % Kakaoanteil stammt aus Vietnam und gehört zum Cacao-Trace-Programm.
Während unserer Reise erfuhren wir von unserem deutschen Ansprechpartner bei Puratos/Belcolade etwas, das uns tatsächlich ein wenig stolz gemacht hat:
Nach seiner Auskunft ist SchokoFoto der zweitgrößte Abnehmer dieser vietnamesischen Vollmilchschokolade in Deutschland.
Für eine vergleichsweise kleine Schokoladenmanufaktur wie uns war das eine ganz besondere Nachricht.

Eine besondere Verbindung zu unserer täglichen Arbeit: Cacao-Trace-Kakao aus Vietnam
Was uns von Vietnam in Erinnerung bleibt
Unsere Reise mit Belcolade/Puratos zu Cacao-Trace Vietnam war kurz, intensiv und voller neuer Eindrücke.
Besonders beeindruckt haben uns die Professionalität der Verarbeitung, die vielen einzelnen Schritte vom Baum bis zur Bohne und die Freundlichkeit der Menschen, denen wir begegnet sind.
Und natürlich bleiben auch die kleinen Momente in Erinnerung:
das überraschend nach Litschi schmeckende Fruchtfleisch,
die Kakaofrüchte direkt am Stamm,
der kräftige Regen während der Regenzeit,
die riesigen Mengen an Bohnen auf den Trocknungsflächen
und das Gefühl, plötzlich genau dort zu stehen, wo ein Teil unserer eigenen Schokolade seinen Ursprung hat.
Vom Kakaobaum zurück nach Wedel
Wenn wir heute in unserer SchokoFoto-Manufaktur eine Packung der Belcolade Lait Vietnam 45 % öffnen, sehen wir darin nicht mehr nur Schokoladendrops.
Wir denken an Ben Tre.
An die Kakaobäume und ihre Früchte.
An die Menschen, die den Kakao anbauen und verarbeiten.
An die Bohnen, die wir selbst aus frisch geöffneten Früchten genommen haben.
Und an all die Arbeitsschritte, die notwendig sind, bevor aus einer Kakaofrucht die Schokolade entsteht, die wir später bei SchokoFoto zu Fotopralinen, Fotoschokoladen und anderen besonderen Schokoladenprodukten verarbeiten.
Die Reise hat uns gezeigt, was hinter dem Cacao-Trace Nachhaltigkeitsprogramm von Puratos tatsächlich steckt – und warum Herkunft, Verarbeitung und Qualität für gute Schokolade so entscheidend sind.
Denn hinter guter Schokolade stehen nicht nur hochwertige Zutaten. Dahinter stehen Menschen, Wissen, Handwerk – und eine sehr lange Reise.
